junge freunde des sprengel museum hannover
...denn Sprengel meint „auf den Inhalt kommt es an“
›mehr  
      
  ...rückblick ...über ...sprengels.net

Aktuelle Termine
Aktuelle Austellungen
  ...kurt-schwitters-gymnasium


Das Kurt-Schwitters-Gymnasium Misburg: Partnerschule des Sprengel Museum Hannover
"Wir müssen Schwitters nicht in der Schule belassen, liebe Damen und Herren. Schwitters zu nehmen als Anstoß, das ist eine Verpflichtung für die Zukunft. Damit ist es nicht erledigt. Damit haben Sie sich den ganzen Ärger jetzt erst mal richtig eingehandelt!"
So lautete vor 10 Jahren der letzte Satz der Festrede von Professor Ulrich Krempel, dem Leiter des Sprengel Museum Hannover, anlässlich der Namensgebungsfeier des Kurt-Schwitters-Gymnasiums Misburg, das den Künstler als Namenspaten gewählt hatte.
Hoffnungen verbanden sich mit diesem Namen. Chancen sollten eröffnet werden, Schule zukunftsorientiert zu gestalten, Statisches als veränderbar zu begreifen. Von ganzheitlichem Denken war die Rede, der Anerkennung von Gegensätzlichem und der Freude an "einem gewissen Unsinn im Leben". Krempel ließ es sich nicht nehmen, der Schule persönlich zu gratulieren.
Die damals geschlossene Freundschaft zwischen dem Gymnasium und der Schule hielt an, und der "Ärger", den sich die Schule "eingehandelt" hatte, machte Spaß. Kurt Schwitters lebt in der Schule, nicht nur in der Merzhalle und in den Kunsträumen; er lebt im Deutsch- und im Musikunterricht, er lebt bei Festen und Feiern, und er wird im Sprengel Museum besucht. Es gibt keine Schüler des Gymnasiums, die sich nicht an ihre Schwitters-Einführungstage im Rahmen der Programmwoche im Museum erinnern.


Wilde Ehe - feste Beziehung

"Die Freundschaft hat sich bewährt. Was also lag näher, als die wilde Ehe von Schule und Museum zu beenden und in eine geregelte Beziehung zu überführen", so Oberstudiendirektor Dr. Winfried Baßmann, der Leiter des Gymnasiums.
Noch mehr Ärger, der Spaß macht? Ganz sicher. Schon planen beide Partner gemeinsame Projekte, die deutliche Konturen angenommen haben. Praktische Arbeiten entstehen, Fünftklässler arbeiten mit Elftklässlern zusammen, an Geschichte Interessierte stöbern im Archiv, das Museum wird Bestandteil des Politikunterrichts. "Merz ist Konsequenz, Merz bedeutet Beziehungen schaffen, am liebsten zwischen allen Dingen der Welt" (Schwitters, 1920). Das Museum eröffnet der Schule Räume, Sichtweisen, Anregungen, sachkompetente Hilfe - kurz gesagt Möglichkeiten, fächerübergreifende Ansätze der Schule zu unterstützen und damit unterschiedliche Teile von Wirklichkeit zusammenzufügen.
Von dieser Verbindung auf den ersten Blick getrennter Bereiche - Schwitters auf Englisch ? - verspricht sich das Gymnasium viel, verbindet sich damit doch auch die Akzeptanz des Anderen, des Gegensätzlichen, des Widerspruchs. Einer Haltung gegen die Wisser dieser Welt, einem Nichtfertigsein Raum zu geben, ist ein lohnendes Ziel. Und der Blick über den Tellerrand, auch über den Schultellerrand hinweg kann mehr Weltoffenheit fördern.
Das Wesen der Merzkunst ist Toleranz, sagt Schwitters. Und den Ärger, den man sich damit einhandelt, nehmen beide Partner, das Sprengel Museum und das Kurt-Schwitters-Gymnasium, gerne in Kauf.

MERZGEBIETE - Schüler führen Schüler
Das Kurt-Schwitters-Gymnasium füllt die mit dem Museum vereinbarte Kooperation auch ganz aktuell mit Leben. "Schwitters und seine Freunde" verstehen ein knappes Dutzend Oberstufenschülerinnen wörtlich und auf ganz besondere Weise. In Zusammenarbeit mit den Museumspädagoginnen führen sie Schulklassen und Kurse durch die Ausstellung.
Schulleiter Dr. Winfried Baßmann ist davon sehr angetan: "Jugendliche sprechen anders miteinander als professionelle Ausstellungsführer zu jungen Besuchern. Ich sehe in dem Projekt große Chancen, Jugendliche für Schwitters zu begeistern und sie ans Sprengel Museum heranzuführen."
In den vergangenen Monaten haben sich die Schülerinnen intensiv mit Schwitters und seinen Werken befasst. Sie erhielten wesentliche Informationen zum Ausstellungskonzept und erarbeiteten sich eigenen Führungen. Diese sind nicht nur monologisch als Vortrag geplant; sie sollen auch anregende kreative Impulse für das junge Publikum wie Schwitters-Zitate, fiktive Künstlergespräche, Collagematerial oder Laut-Gedichte enthalten. Präsentation und sprachlicher Vortrag werden durch einen professionellen Theaterpädagogen und Stimmbildner unterstützt.
Schulleiter Baßmann freut sich über das Engagement seiner Schülerinnen und stärkt ihnen den Rücken. "Um es mit Schwitters zu sagen: Es ist noch kein Kleister vom Himmel gefallen!"
Im Internet: www.kurt-schwitters-gym.de

  Venedig 2007


 


 
sprengels.net (c) 2007
konzeption und gestaltung le peetz design
hosting und programmierung nanodesign